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Große Sorge um kleine Projekte: Steht die LEADER-Förderung im neuen EU-Haushalt auf wackeligen Beinen?

Rund 22 Millionen Euro Fördermittel für mehr als 200 Projekte in den vergangenen 12 Jahren – über das Förderprogramm LEADER* hat die Europäische Union kräftig in den sieben nordschwäbischen Lokalen Aktionsgruppen (LAG)** investiert.

Beachtlicher Effekt: Jeder Euro an Fördergeldern löste durchschnittlich Investitionen in vierfacher Höhe aus. Das zeigt, wie wirkungsvoll gezielte Unterstützung sein kann.

Pressemeldung des CSU-Europabüros/Markus Ferber, MdEP/ Juni 2026

Große Sorge um kleine Projekte: Steht die LEADER-Förderung im neuen EU-Haushalt auf wackeligen Beinen?


Ein durchaus prominentes Beispiel in unserer Umgebung diente erst kürzlich einem Krisengipfel der besonderen Art: Zusammen mit den LEADER-Aktionsgruppen (LAG) aus Schwaben und dem Allgäu hat sich der Europaabgeordnete Markus Ferber aus Augsburg ein Bild vor Ort gemacht. Die alte Mühle Schmuttertal in Kreppen im Markt Diedorf ist ein Vorzeigeprojekt, das von dem LEADER-Förderprogramm der Europäischen Union profitiert hat. Auf beeindruckende Weise entstand hier in den letzten Jahren das Umweltzentrum Schmuttertal, welches mit einer Fördersumme von insg. 190.000 Euro umgesetzt werden konnte. Die Regionalmanager des Förderprogramms nutzten dieses Treffen, um dem Europaabgeordneten ihre Sorge um die Zukunft des Förderprogramms mit auf den Weg zu geben.

Vor Ort wurde klar: Das LEADER-Programm ist kein abstraktes EU-Bürokratie-Monster, sondern eine gezielte Förderung des ländlichen Raums, die genau dort ankommt, wo sie benötigt wird: Bei den Menschen und Kommunen vor Ort. Nun steht jedoch genau dieses Modell auf dem Prüfstand. Aktuell werden in Brüssel die Weichen für den nächsten EUHaushalt ab 2028 gestellt. Anders als in Berlin oder den Gemeinden wird der Haushalt nicht nur für ein Jahr aufgestellt, sondern er läuft über sieben Jahre bis 2034 mit einem Gesamtbudget von ca. zwei Billionen Euro. Auch wenn diese Summe zunächst nach wahnsinnig viel Geld klingt, so wird bei näherer Betrachtung schnell klar: Es soll einige Veränderungen geben.

Dazu erklärt der Europaabgeordnete Ferber: „Die LEADER-Förderung gehört im Haushalt dem Agrarsektor an. Was die Europäische Kommission im letzten Jahr dahingehend vorgeschlagen hat, lässt aufhorchen: Dieser Sektor soll künftig über nationale und regionale Partnerschaftsfonds (NRPP) zusammen mit anderen Prioritäten wie Regionalentwicklung, Fischerei oder Sicherheit und Verteidigung finanziert werden. Hier sprechen wir von einer Summe in Höhe von insgesamt 865 Mrd. Euro. Entscheidend ist jedoch, dass die Mitgliedstaaten die Gelder für die generelle Finanzierung des NRPP nutzen können. LEADER ist ein Teil davon, es gibt allerdings keine Mindestfördersumme für dieses Programm.“

Auch wenn die Umsetzung von LEADER-Projekten Pflicht ist, so obliegt die konkrete Ausgestaltung und Mittelverteilung dann den Mitgliedstaaten. Die Sorge der Regionalmanager ist absolut nachvollziehbar, denn hier hat sich in den vergangenen Jahren ein unbürokratisches, verlässliches und sehr attraktives Förderprogramm etabliert, von dem die Regionen massiv profitieren.
Für Markus Ferber ist der Vorstoß der Kommission ein Irrweg: „Ich fordere vehement, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) auch ab 2028 als eigenständigen und verlässlich finanzierten Politikbereich zu erhalten. Agrarförderung und der Kohäsionsfonds für strukturschwache Regionen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“ Beide Programme seien unverzichtbare Säulen für den Zusammenhalt und die Entwicklung des ländlichen Raums.


Rückenwind kommt dabei aus den eigenen Reihen: Bereits im September 2025 legten die Abgeordneten in einem Initiativbericht fest, dass der Agrarhaushalt eigenständig bleiben und sogar wachsen muss, inklusive einer klaren Stärkung des LEADER-Programms. Ferber fand zum Abschluss des Treffens klare Worte und gab den Regionalmanagern ein direktes Versprechen mit auf den Weg: „Für mich ist der Austausch vor Ort immens wichtig, denn nur so kann ich meine Arbeit in Brüssel und Straßburg mit dem bestmöglichen Resultat für die Menschen daheim machen. Ich bedanke mich ganz herzlich für die zahlreiche Teilnahme, den wertvollen Input und die Erfahrungswerte derjenigen, die täglich an vorderster Front kämpfen. Mein Versprechen steht: Ich werde alle Hebel in Bewegung setzen, um hier das bestmögliche Ergebnis herauszuholen, damit die LEADER-Förderung auch in den nächsten Jahren auf einem stabilen Fundament steht."

 

MDEP-Ferber_Juni2026.png

V. li. obere Reihe: Melanie Pruis-Obel, David Hein, Heiko Gansloser, Tobias Eberle, Christof
Endeß;
mittlere Reihe: Arved Hein, Anna-Lucia Palletta, Ursula Bauer, Melina Corleis, Gertrud
Hitzler, Leo Schrell, Manuela Sing;
untere Reihe: Erich Herreiner, Christina Kuhn, Raphael Morhard, Benjamin Walther, Markus
Ferber, Hubert Kraus.

 

 

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In einem offenen Brief wandten sich im Mai 2026 die Lokalen Aktionsgruppen aus Nordschwaben an politische Vertreter auf regionaler, Landes-, Bundes- und EU-Ebene um auf die Bedeutung von LEADER aufmerksam zu machen.